Wednesday, 20th March 2019
20 März 2019

Joachim Löw rechtfertigt sich und beruft drei Neulinge

Bundestrainer Löw hat seinen Kader für die nächsten Länderspiele bekanntgegeben. Außerdem erläuterte er die Ausbootung der Bayern-Stars ausführlich.

Fokussiert. Bundestrainer Joachim Löw gab seinen Kader bekannt.

Schon die Anreise kostete Löw einige Nerven. Sein Zug aus Freiburg Richtung Frankfurt hatte am Freitag deutlich Verspätung. Der DFB musste die Pressekonferenz daher verschieben. Löw reiste letztlich mit dem Auto weiter Richtung DFB-Zentrale. Es war ein ungewöhnlicher Termin. Gegen Joachim Löws sonstige Gewohnheiten hatte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zur Kaderbekanntgabe für das Test-Länderspiel gegen Serbien (20. März) und das EM-Qualifikationsspiel in den Niederlanden (24. März) zu einer Pressekonferenz geladen. Nach der Ausmusterung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng wollte sich der Bundestrainer erklären.

Es sei unumgänglich gewesen, gewisse Änderungen vorzunehmen, begann Löw seinen Monolog. Er habe sich die Frage gestellt, wie die Mannschaft personell aussehen soll, gerade in Hinblick auf das nächste Turnierjahr 2020. „Wir mussten Entscheidungen treffen, es war ein Prozess, solche Entscheidungen trifft man nicht von heute auf morgen“, sagte Löw. Vor zweieinhalb Wochen habe er die Entscheidungen endgültig festgelegt, nachdem er sich mit seinem Trainerteam viele Spiele angeschaut habe. „Das wichtigste, das stand über allem: Persönliche und ehrliche Gespräche“, sagte Löw, daher habe er vor den Gesprächen mit Müller, Hummels und Boateng auch nicht viele Leute informiert. Nur Bayern-Trainer Niko Kovac, Hasan Salihamidzic und Karl-Heinz Rummenigge sollen vorher ins Boot geholt worden sein.

Drei Neulinge im Kader

Befremdlich fand der Bundestrainer anschließend, dass Leute über die Gespräche geurteilt haben, obwohl sie gar nicht dabei gewesen seien. „Zeit ist kein Indikator für die Qualität des Gesprächs. Ich habe die Entscheidungen mit voller Überzeugung getroffen“, sagte Löw, obwohl er wisse, dass Müller, Hummels und Boateng „die erfolgreichste Dekade des DFB mitgeprägt“ hätten. Seine Aufgabe als Trainer sei es allerdings, Entscheidungen zu treffen. „In der Gegenwart sind die immer hart, doch es sind Entscheidungen für die Zukunft.“ Nach mehreren Nachfragen stellte Löw fest: „Ich plane ohne die drei Spieler für die EM-Quali und die EM.“

Nun hat Joachim Löw Spieler „mit viel Potenzial“ nominiert, er wolle der Mannschaft ein neues Gesicht geben. Erstmals im Aufgebot, das der Bundestrainer anschließend verkündete, sind die Verteidiger Niklas Stark von Hertha BSC und Lukas Klostermann von RB Leipzig sowie Mittelfeldspieler Maximilian Eggestein von Werder Bremen.

Hier das 23-köpfige Aufgebot im Überblick

Torhüter: Manuel Neuer, Marc-André Ter Stegen, Kevin Trapp

Verteidiger: Matthias Ginter, Marcel Halstenberg, Lukas Klostermann, Thilo Kehrer, Antonio Rüdiger, Nico Schulz, Niklas Süle, Niklas Stark, Jonathan Tah

Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt, Maximilian Eggestein, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Kai Havertz, Joshua Kimmich, Toni Kroos, Marco Reus, Leroy Sané, Timo Werner

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