Saturday, 7th December 2019
7 Dezember 2019

Bixby hat’s endlich drauf: Samsungs Assi kann jetzt Deutsch

Das erste Gerät, auf dem Bixby in Deutsch zur Verfügung steht, ist das Galaxy Note 9.

Von Klaus Wedekind


Es hat sehr lange gedauert, aber jetzt versteht Samsungs digitaler Assistent „Bixby“ endlich auch Deutsch. Zunächst klappt das zwar nur auf einem einzigen Smartphone, aber Samsung hat noch Großes vor.

Seit dem Galaxy S8 haben Samsungs Smartphones eine zusätzliche Taste für den Sprachassistenten "Bixby" an der Seite. Doch hierzulande hat die Funktion bisher wenig Sinn ergeben, da das digitale Helferlein lediglich Englisch und Koreanisch verstand. Trotzdem hat Samsung nie aufgegeben, sein ehrgeiziges Ziel zu verfolgen, Google Assistant, Alexa oder Siri ernsthaft Konkurrenz zu machen. Und tatsächlich: "Bixby" versteht jetzt endlich auch Deutsch. Das können zwar vorerst nur Besitzer eines Galaxy Note 9 ausprobieren, in den kommenden Monaten sollten aber auch die anderen Galaxys mit Extra-Taste das Update erhalten.

Schnellbefehle besonders gelungen

Neben Deutsch sind Spanisch, Italienisch, Französisch und und britisches Englisch hinzugekommen.

"Bixby" stand auf dem Testgerät von n-tv.de automatisch auf Deutsch bereit, man muss die Beta-Installation also nicht selbst anschubsen. Wenn man "Bixby Home" öffnet, indem man den Bildschirm nach rechts wischt, wird man mit dem Hinweis begrüßt, dass der Assistent jetzt Deutsch beherrscht und man dies jetzt ausprobieren kann. Tippt man auf die Karte, erhält man eine Einweisung in die Funktionen und Fähigkeiten von "Bixby". Und das sind erstaunlicherweise schon sehr viele.

Im Prinzip ist der Assi in der Lage, alle von Samsung stammenden Anwendungen zu steuern. So kann man beispielsweise "Bixby" auffordern, ein Foto zu machen oder einen Screenshot aufzunehmen. Er verschickt auf Befehl E-Mails oder stellt eine Verbindung zum Fernseher her, macht Sprachaufnahmen oder liest (seltsame) Märchen vor. Sehr gelungen sind die Schnellbefehle, bei denen man mit einem Wort oder Satz mehrere Aktionen gleichzeitig ausführen lassen kann. Dabei kann man vorgefertigte Befehle übernehmen oder selbst bestimmen, was "Bixby" auf Kommando ausführen soll.

Eva oder Karim

Man kann vorgefertigte Schnellbefehle übernehmen oder eigene erstellen.

Auch wie der Assistent antwortet, kann sich hören lassen. Dabei hat man wie üblich die Wahl zwischen einer weiblichen (Eva) und einer männlichen Stimme (Karim). Beide sind angenehm und hören sich relativ natürlich an.

"Bixby" kann auch mathematische Aufgaben lösen oder die Wettervorhersage vorlesen. Bei allgemeinen Fragen muss er allerdings häufiger passen oder ruft einfach den betreffenden Wikipediaeintrag oder Suchergebnisse auf. Was das betrifft, kann "Bixby" dem Google Assistant nicht das Wasser reichen. Seine Stärke soll aber vor allem bei der Steuerung des Smartphones liegen. Und weil die Software offen für Entwickler ist, kann er schon einige Apps kontrollieren, die nicht von Samsung stammen – viele weitere sollen folgen.

Samsung investiert Milliarden

Insgesamt macht die deutsche Version von "Bixby" schon einen sehr guten Eindruck. Ob die Android-Welt neben Alexa und dem Google Assistant noch einen weiteren Sprachassistenten braucht, muss sich aber noch herausstellen. Samsung hat auf seiner Entwicklerkonferenz angekündigt, noch viel vorzuhaben. laut "Heise" wollen die Südkoreaner bis 2020 sage und schreibe 22 Milliarden Dollar in die KI-Forschung stecken. Zum Vergleich: Die gesamte EU möchte im gleichen Zeitraum 20 Milliarden auf diesem Gebiet investieren.

Samsung hat weltweit sieben Forschungszentren für künstliche Intelligenz, in Deutschland sollen 100 Entwickler an der lokalen Umsetzung des Sprachassistenten arbeiten. Das glaubt man, wenn man die Beta ausprobiert, "Bixby" ist schon sehr nahe an seinen Google- und Amazon-Konkurrenten dran. Siri könnten Eva und Karim schon hinter sich gelassen haben – ein ziemlicher Schlag für Apple, da die Chef-Entwickler von "Bixby" die Erfinder ihres Sprachassistenten waren. Künftig soll sich "Bixby" quasi selbst per Machine Learning weiterentwickeln, Zusammenhänge erkennen, natürliche Sprache verstehen und auf vielen weiteren Geräten vom Fernseher bis zum Kühlschrank zur Verfügung stehen. Samsung meint es ernst.

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