Sunday, 25th August 2019
25 August 2019

Gehirnjogging gegen das Altern?: Rätseln hält den geistigen Abbau nicht auf

Rätsellösen schützt der Studie zufolge nicht vor dem geistigen Abbau, führt aber zu einem „höheren Ausgangspunkt, von dem aus der Abbau erfolgt“.


Kreuzworträtsel, Sudoku oder andere Knobeleien sind bei vielen Menschen beliebt. Das macht zwar geistig fitter, die positiven Auswirkungen haben aber ihre Grenzen, findet eine Langzeitstudie über mehrere Jahrzehnte heraus.

Das Knacken von Sudoku- oder Kreuzworträtseln hält den geistigen Abbau im Alter nicht auf. Das berichten Forscher im "British Medical Journal". Allerdings verbessert solches Gehirnjogging die geistigen Fähigkeiten während des gesamten Lebens und trägt vermutlich dazu bei, dass der geistige Abbau später ersichtlich wird.

Im Englischen umschreibt die Aussage "use it or lose it" (auf deutsch in etwa "nutze es oder verliere es") eine gängige Annahme unter Alternsforschern – und in der Öffentlichkeit. Sie besagt, dass wer lebenslang seine geistigen Fähigkeiten fordert, diese im Alter nicht so schnell abbaut. Wissenschaftlich sei dies aber nicht gut erforscht, schreiben nun Forscher um Roger Staff vom Aberdeen Royal Infirmary, einer Klinik.

So gebe es kaum Langzeituntersuchungen, die zum Beispiel auch die intellektuellen Fähigkeit von Studienteilnehmern im Kindesalter berücksichtigen. Unterschiede darin könnten das spätere Abschneiden in Tests erheblich beeinflussen.

Intelligenztests im Alter von elf Jahren und im Alter

Das Team um Staff untersuchte nun 498 Freiwillige des Geburtsjahres 1936 aus Schottland. Diese hatten im Alter von elf Jahren einen Intelligenztest absolviert. Ab dem Alter von etwa 64 Jahren baten die Forscher die Männer und Frauen bis zu fünf Mal im Verlauf von 15 Jahren zu einer Untersuchung. Die Teilnehmer absolvierten dann verschiedene Tests, die unter anderem zeigten, wie gut ihr Gedächtnis ist und wie hoch ihr geistiges Tempo. Außerdem fragten die Forscher die Ausbildung ab.

Mit einem Fragebogen ermittelten sie zudem, wie sehr sich die Teilnehmer intellektuell fordern – ob sie viel lesen, wie gerne sie komplizierte Probleme knacken, wie neugierig sie sind und wie gerne sie über Ideen und Konzepten grübeln. Dann brachten sie alle erhobenen Daten miteinander in Zusammenhang.

Abbau von einem höheren Niveau aus

Die Auswertung zeigte zunächst, dass Menschen mit höherer Ausbildung und einem besseren Abschneiden bei dem Intelligenztest im Kindesalter sich geistig mehr fordern. Zudem schnitt bei den Tests der Forscher besser ab, wer sich gern intellektuell beschäftigt. Allerdings hielt auch ein allgemein hohes Maß an geistiger Beschäftigung den kognitiven Abbau im Alter nicht auf.

Teilnehmer, die gerne und häufig knifflige Probleme lösten, schnitten in den Tests im Alter zwar besser ab als solche, die das nicht gerne taten. Auch bei diesen Teilnehmern ließen die geistigen Fähigkeiten jedoch zunehmend nach. Rätsellösen schütze nicht vor dem geistigen Abbau, führe aber zu einem "höheren Ausgangspunkt, von dem aus der Abbau erfolgt", erläutert Staff.

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