Tuesday, 12th November 2019
12 November 2019

Yozgat-Eltern erinnern an ihren vom NSU getöteten Sohn

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Kassel (dpa/lhe) – Rund 100 Menschen haben am Freitag in Kassel an das NSU-Opfer Halit Yozgat erinnert. Trotz Differenzen über die Form des Gedenkens traten die Eltern Yogats, der türkische Generalkonsul Burak Kararti und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) gemeinsam auf. «Das Gedenken an Halit Yozgat und allen anderen NSU-Opfern steht über allen politischen Meinungen», sagte Kararti auf dem nach Yozgat benannten Halitplatz. Yozgat war 2006 mutmaßlich von der rechten Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) getötet worden.

Kararti erinnerte daran, dass die Stadt im vergangenen Jahr das Gedenken wegen Sicherheitsbedenken abgesagt hatte. Man hatte antitürkische Proteste befürchtet – auch wegen der Anwesenheit des Konsuls als Vertreter der Erdogan-Regierung. «Ausdrücklich möchte ich betonen, das niemand das Recht hat, die Teilnahme des Generalkonsuls an dieser Veranstaltung zu hinterfragen», erklärte Kararti. Die Eltern Yogats forderten eine neue Nachstellung des Mordes am Tatort in Kassel. Sie vermuten weiter eine Verstrickung des Verfassungsschützers Andreas Temme, der damals vor Ort war.

An diesem Wochenende erinnern gleich mehrere Veranstaltungen an Yozgats Todestag am 6. April, weil sich die Organisatoren nicht einigen konnten. Am Samstag soll es eine Demo der Kasseler Linken und einer linken Initiative geben. Am Sonntag (14.00 Uhr) wird es eine Kranzniederlegung der Stadt geben. Im Anschluss findet die Auftaktveranstaltung zur Vergabe eines Preises statt, mit dem Kassel künftig an Yozgat erinnern will.

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