Wednesday, 22nd July 2020
22 Juli 2020

Happy birthday, Bremer Stadtmusikanten!

Das Märchen von Esel, Hund, Katze, Hahn – besser bekannt als die Bremer Stadtmusikanten – veröffentlichten die Brüder Grimm vor 200 Jahren. Heute ist eine Bremen-Tour ohne Besuch der Bronzefigur der Tiere undenkbar.

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Manche streicheln die Bronzestatue, andere berühren Beine und Schnauze des Esels eher flüchtig: Menschen aus aller Welt versammeln sich tagtäglich an der Skulptur der Stadtmusikanten, die etwas versteckt an der westlichen Seite des Bremer Rathauses steht. Vorderbeine und Schnauze des Esels sind längst blank gerieben. Sie zu umfassen soll Glück bringen. 

Das Rathaus bildet zusammen mit den benachbarten, prächtigen Kaufmannshäusern die „gute Stube“ Bremens. So bezeichnen die Einheimischen das Ensemble rund um den Marktplatz. Weniger versteckt als die Stadtmusikanten: die Roland-Statue auf dem Markt. Sie symbolisiert die Freiheit und Rechte der alten Hansestadt. Rathaus und Roland gehören zusammen mit den Stadtmusikanten zu Bremens berühmtesten Sehenswürdigkeiten.

  • Zehn Gründe für Bremen

    Glücksgriff

    Die Bremer Stadtmusikanten sind die populärsten Botschafter der Hansestadt an der Weser. Nach dem gleichnamigen Märchen der Brüder Grimm verlassen vier ungeliebte Tiere ihr Zuhause und wollen ihr Glück in Bremen finden. Und Glück sollen alle haben, die dem Esel an beide Vorderbeine fassen. Als Bronzeskulptur stehen Esel, Hund, Katze und Hahn seit 1953 auf dem Marktplatz.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Chefposten

    Der Bremer Roland hält die Stellung auf dem Marktplatz seit 1404. Sein Vorbild war ein echter Ritter und Gefolgsmann von Karl dem Großen. Es heißt, solange der Roland steht, bleibt die Stadt frei und selbstständig. Wie das historische Rathaus gehört die Roland-Statue zum UNESCO-Weltkulturerbe. Zu ihrer rechten Seite steht der Schütting, heute Sitz der Handelskammer.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Erfolgsrezept

    Im Schütting, dem Haus der Bremer Kaufmannschaft, werden schon fast 600 Jahre lang die Geschicke der Wirtschaft gelenkt. Der traditionelle Wahlspruch der Kaufleute hat nichts von seinem Glanz eingebüßt: “Buten un binnen – wagen un winnen“, was bedeutet: Draußen und drinnen – wagen und gewinnen. In der Epoche der Hanse haben der Handel und die Schifffahrt Bremen reich gemacht.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Unter vollen Segeln

    Die Weser ist Bremens Wasserstraße zur Nordsee. Sie führt in das 60 Kilometer entfernte Bremerhaven. Auf ihren Hansekoggen transportierten die Kaufleute Tuche und Eisenwaren nach Nordosteuropa und brachten von dort Rohstoffe mit. 70 große und über 100 kleinere Städte schlossen sich im Mittelalter dem Hansebund an. Seit 1358 gehört Bremen zu den wichtigsten Hansestädten Deutschlands.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Schlüsselfunktion

    An der reich verzierten Rathausfassade im Stil der Weserrenaissance haben Baukünstler im 17. Jahrhundert zahllose Figuren und Reliefs aus Sandstein geschaffen. Dort ist auch der Bremer Schlüssel zu sehen, der später zum Motiv im Stadtwappen wird. Wenn sich heute die Nachbarstadt Hamburg als Tor zur Welt rühmt, antworten die Bremer: Mag sein, aber wir haben den Schlüssel dazu.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Frauen vor!

    Bei der traditionellen Schaffermahlzeit sitzen jedes Jahr 100 Kapitäne, 100 Kaufleute und 100 Gäste in der Oberen Rathaushalle zusammen. An der Tafel, die in Form von Neptuns Dreizack aufgebaut ist, durften bei der 471. Schaffermahlzeit am 13. Februar 2015 erstmals Frauen als gleichberechtigte Gäste Platz nehmen. Damit ist die älteste Männerbastion Bremens erobert.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Mit allen Wassern gewaschen

    Ein Schiffsunglück bewegte einen Bremer Lehrer vor 150 Jahren derart, dass er die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger DGzRS gründete. Dank großzügiger Spenden sind die Seenotretter heute rund um die Uhr und bei jedem Wetter einsatzbereit. Mit einer Flotte von 60 Seenotkreuzern und Seenotrettungsbooten bringen sie schnelle Hilfe auf Nord- und Ostsee.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Leinen los!

    Im Überseehafen an der Mündung der Weser in die Nordsee werden in einem der größten Containerterminals Europas pro Jahr 50 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. An seine Tradition in der Passagierschifffahrt will Bremerhaven mit dem Columbus Cruise Center für Kreuzfahrtschiffe anknüpfen. Wie ein Riesensegel ragt das Atlantic Hotel Sail City aus der neuen Skyline heraus.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Zu neuen Ufern

    Von Abschied und Aufbruch erzählt das Deutsche Auswandererhaus in Bremerhaven. Hier gingen im 19. und 20. Jahrhundert über sieben Millionen Menschen an Bord von Schiffen, die sie in die Neue Welt brachten. Den Lebensgeschichten ihrer einst ausgewanderten Vorfahren können vor allem Reisende aus Nord- und Südamerika in umfangreichen Datenbanken auf die Spur kommen.


  • Zehn Gründe für Bremen

    Prima Klima

    Blickfang im neuen Hafenviertel von Bremerhaven ist das Klimahaus. Seine Außenhülle besteht aus über 4000 einzelnen Glasscheiben. Innen erwartet die Besucher eine Weltreise entlang des 8. Längengrads Ost, vorbei an Gletschern, durch Wüstensand und tropischen Urwald bis in die Antarktis. Welche Folgen der Klimawandel für Mensch und Natur hat, wird hautnah spürbar.

    Autorin/Autor: Ille Simon


Dass sich im Märchen der Brüder Grimm die vier Tiere nach Bremen aufmachen, ist kein Zufall. Bremen galt als Stadt hanseatischer Freiheiten, ein Sehnsuchtsort, von dem viele mit großer Hoffnung auf ein besseres Leben in die Neue Welt auswanderten. Bekanntlich sind die vier Märchenfiguren nie in der Hansestadt angekommen, weil sie unterwegs eine Räuberbande aus deren Haus vertrieben haben, dort blieben und ihr Glück fanden. Dennoch sind die Bremer stolz auf das Quartett. Die Bronzeskulptur neben dem Rathaus wurde vom Bildhauer Gerhard Marcks geschaffen und 1953 zunächst als Leihgabe aufgestellt, später dann mit Spenden und einem Darlehen gekauft.

Die Bremer Stadtmusikanten grüßen von einer Ampel

Längst sind Esel, Hund, Katze und Hahn zu inoffiziellen Wahrzeichen der Hansestadt avanciert, sind als Souvenirs und auf Postkarten in allen Andenkenläden der Stadt präsent. Sie gehören zur bremischen DNA wie Weser, Dom, Bier, Kaffee und der Hafen.

Seit der Veröffentlichung der „Bremer Stadtmusikanten“ in den „Kinder- und Hausmärchen“ von Jacob und Wilhelm Grimm sind am 3. Juli genau 200 Jahre vergangen. Das würdigt Bremen 2019 mit einem „Stadtmusikantensommer“ – mit Theater, Ausstellungen und Musik. Eröffnet wird die zentrale Festwoche am 3. Juli von den Bremer Philharmonikern auf dem Domshof. Neben der Innenstadt mit fünf Bühnen für Konzerte werden die Weserwiesen am Osterdeich bespielt. Im Gegensatz zum fürchterlichen Gesang der Stadtmusikanten, der die Räuber das Fürchten lehrte, verspricht die Festwoche harmonische Klänge für jeden Geschmack.

fm/ey (epd, bremen.de)

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