Tuesday, 23rd July 2019
23 Juli 2019

So lange muss manfür einen Euro sparen

Experte: Wie Sie trotzdem Ihr Sparpotential erhöhen können

Das Zinstief hält Sparer weiter im Würgegriff und treibt manche Banken zu erstaunlichen Angeboten: Die Volksbank Meerbusch offeriert ihren Kunden beispielsweise einen Tagesgeldzins von 0,0001 Prozent. Da kann man’s auch lassen …

Tarif-Experten von Verivox haben nachgerechnet: Bei diesem Zins müssten 10 000 Euro 100 Jahre lang auf dem Tagesgeldkonto liegen, um einen Euro Zinsen einzunehmen.

Zins-Wahnsinn: Eine Familie müsste sage und schreibe 1,602 Milliarden Euro anlegen, um zumindest ihren Sparer-Pauschbetrag voll auszuschöpfen – also die 1602 Euro, die ein Ehepaar an Zinsen und Dividenden in einem Jahr verdienen kann, ohne Steuern zu zahlen.

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Nullzinsen bei über 400 Banken

Laut einer aktuellen Auswertung gibt es in Deutschland aber mindestens 409 Banken und Sparkassen, die noch weniger Zinsen auf Tagesgeld zahlen – nämlich gar keine.

Für die Analyse hat das Vergleichsportal die Tagesgeldzinsen von 832 Kreditinstituten für eine Anlagesumme von 10 000 Euro recherchiert. Das ist die größte tagesaktuelle Datenbank.

Zahlreiche regionale Banken veröffentlichen ihre Konditionen aber nicht. In Wirklichkeit wird die Zahl der Null-Zins-Banken noch deutlich höher liegen.

Das Niedrigzins-Zeitalter

„Die Niedrigzinsphase wird allmählich zum Zeitalter – ein Ende ist vorerst nicht in Sicht“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH.

Im Schnitt bringt Tagesgeld derzeit 0,05 Prozent Zinsen. Bei 1,4 Prozent Inflation verlieren die Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto also an Wert.

Nichts deutet darauf hin, dass sich daran sehr bald etwas ändert. Im Gegenteil: Die EZB hat angekündigt, den Leitzins bis zum Herbst auf Null zu halten – mindestens.

▶︎ Drei Gründe sprechen für Oliver Maier dafür, dass das Zeitalter extremer Niedrigzinsen sogar noch deutlich länger fortbestehen dürfte:

Die Weltkonjunktur flaut ab

„Steigende Zinsen würden das Investitionsklima weiter belasten. Das erhöht den Druck auf die Notenbank, die Zinsen niedrig zu halten. In Amerika preisen die Märkte die Erwartung sinkender Zinsen bereits ein. Historisch betrachtet war eine solche inverse Zinskurve häufig Vorbote eines wirtschaftlichen Abschwungs.“

Hohe Verschuldung setzt Zinssteigerungen enge Grenzen

„Sowohl die öffentlichen Haushalte der Euro-Staaten als auch zahlreiche Unternehmen sind nach wie vor hoch verschuldet. Ein deutlicher Zinsanstieg würde die Finanzierungskosten erhöhen. Die Staaten könnten weniger investieren und Unternehmen kämen in Zahlungsschwierigkeiten. Beides würde die Rezessionsgefahr erhöhen. Der Spielraum, den die EZB für Zinsanhebungen hat, ist dadurch äußerst begrenzt.“

Der Inflationsdruck bleibt moderat

„Durch eine hohe Inflation könnten Zinserhöhungen unausweichlich werden. Doch danach sieht es nicht aus. Für dieses Jahr rechnet die Bundesbank in Deutschland nur mit 1,4 Prozent Inflation, 2020 und 2021 mit jeweils 1,8 Prozent – zu wenig, um deutliche Zinserhöhungen zu erzwingen.“

So schlagen Anleger die Inflation

▶︎ Vergleichen: Gerade im Niedrigzins-Umfeld sollten Anleger nicht auf einen Anbieter-Vergleich verzichten. Top-Banken zahlen aktuell immerhin 0,7 Prozent Zinsen auf Tagesgeld.

▶︎ Mehr Sicherheit: Damit können Sparer Kaufkraftverluste zumindest begrenzen. Die bestverzinsten zweijährigen Festgelder bieten mit 1,4 Prozent sogar einen Inflationsausgleich.

▶︎ Auf Kurs: „Die Chance auf positive Realrenditen haben Anleger am Aktienmarkt“, sagt Oliver Maier. „Eine langfristig angelegte Strategie relativiert das Risiko von Kursverlusten.“

▶︎ Dax-Investment: Wer in die 30 Standardwerte des Dax investiert und seine Anteile mindestens 15 Jahre lang gehalten hat, musste noch nie Verluste hinnehmen.

▶︎ Mixen: Eine gute Mischung aus günstigen ETFs (Indexfonds) auf Indizes (z.B. Dax oder MSCI World) und sicheren Sparanlagen.

Eine Übersicht über die Banken aus dem Vergleich gibt hier.

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