Sunday, 26th May 2019
26 Mai 2019

Honda schockiert Brexit-Briten

Noch ein Unternehmen entscheidet sich schon vor dem Brexit gegen Großbritannien.

Der japanische Autobauer Honda hat angekündigt, 2021 sein Werk im britischen Swindon zu schließen. Honda-Präsident Takahiro Hachigo sagte zwar, die Schließung habe nichts mit dem bevorstehenden EU-Austritt der Briten zu tun. Analysten zufolge beschleunigte der Brexit aber die Entscheidung des Autokonzerns.

In der Fabrik in Swindon läuft seit mehr als 24 Jahren das Modell Civic vom Band. Zuletzt wurden pro Jahr 150 000 Fahrzeuge produziert. Macht das Werk in zwei Jahren dicht, müssen die Briten das Honda-Modell aus Japan importieren.

Die Entscheidung sei „nicht leichtfertig“ getroffen worden, erklärte der für Europa zuständige Honda-Manager Katsushi Inoue. Zu den Gründen zählten „beispiellose Veränderungen“ in der weltweiten Automobilproduktion.

Großbritanniens Wirtschaftsminister Greg Clark kommentierte die geplante Schließung als „niederschmetternd“, auch wenn die Entscheidung nichts mit dem Brexit zu tun habe.

▶ Diese Veränderungen in der Autoindustrie haben zu der Entscheidung geführt︎: globale Handelsstreitigkeiten, gesunkene Diesel-Nachfrage und schärfere Abgas-Grenzwerte, die den Konzernen zu schaffen machen.

Brexit verschreckt mehrere japanische Unternehmen

Analysten glauben trotzdem, dass der geplante EU-Austritt der Briten am 29. März bedeutend für die Entscheidung der Japaner war. „Honda hat diese Entscheidung offenbar seit Langem vorbereitet“, erklärte Seiji Sugiura vom Tokai Tokio Research Institut. „Dann kam der Brexit, und das könnte den Konzern dazu gebracht haben, den Schritt jetzt zu vollziehen.“

Auch Autoindustrieexperte Satoru Takada von der Marktforschungsfirma TIW in Tokio sagte, das Werk in Swindon „kämpfe“ seit Jahren. „Dann kam der Brexit.“ Das veränderte Umfeld habe Honda zu der Schließung „getrieben“.

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Vor Honda hatten bereits einige andere – vor allem japanische – Firmen angekündigt, sich aus Großbritannien zurückzuziehen:

▶︎ Erst Anfang Februar hatte Nissan angekündigt, seine neue Version des SUVs X-Trail doch nicht im britischen Sunderland zu bauen.

▶︎ Zuvor hatten die Elektronikkonzerne Sony, Panasonic und Hitachi mitgeteilt, ihre Geschäfte in Großbritannien herunterzufahren.

▶︎ Auch Toyota warnte schon vor „negativen Folgen“, sollte das Königreich ohne Vertrag aus der EU ausscheiden. Die Toyota-Fabrik in Burnaston sei auf Just-in-time-Lieferungen angewiesen.

Wegen der unternehmerfreundlichen Politik hatten sich seit den 1980ern viele japanische Unternehmen in Großbritannien angesiedelt.

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