Thursday, 23rd May 2019
23 Mai 2019

Audi kürzt Prämien für Mitarbeiter drastisch

Mit einem harten Sparprogramm, Stellenabbau und Elektroautos will Audi-Chef Bram Schot (57) sein Unternehmen nach einem sehr schwachen Jahr wieder auf Kurs bringen.

Aber: „2019 wird ein Übergangsjahr“, sagte Schot am Donnerstag bei der Bilanz-Pressekonferenz in Ingolstadt. Verkäufe und Umsatz sollen nur leicht steigen.

Der Umbau „wird nicht bequem. Aber wir stellen die Gewinnzone klar vor die Komfortzone“, sagte Finanzvorstand Alexander Seitz.

Dass es schlecht läuft, spüren auch die Mitarbeiter bei ihrer Gewinnbeteiligung: Sie sinkt für einen Facharbeiter bei Audi in Deutschland um 1100 auf 3630 Euro.

Nur 1,8 Millionen Autos verkauft

Im vergangenen Jahr hatte Audi wegen Problemen bei der Umstellung auf den neuen Abgasmessstandard WLTP nur noch 1,8 Millionen Autos verkauft und ist damit weit hinter Mercedes und BMW zurückgefallen.

Der Umsatz sank auf 59,2 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn brach um 24 Prozent ein auf 3,53 Milliarden Euro. Diesel-Nachrüstungen und das von der Münchner Justiz wegen Manipulation der Abgaswerte verhängte Bußgeld schlugen mit 1,2 Milliarden Euro zu Buche. „Wir sind mit diesen Zahlen alles andere als zufrieden“, stellte Schot klar.

Um profitabler zu werden, will er Stellen streichen, das mittlere Management ausdünnen, Schichten, Zulagen, Modell- und Motorvarianten unter die Lupe nehmen, die Aufgaben zwischen den Werken neu verteilen und gemeinsame Plattformen mit VW und Porsche stärker nutzen.

So wird der vollelektrische Q4 e-tron nächstes Jahr im VW-Elektro-Werk Zwickau vom Band laufen. „Wenn alle Standorte elektrifiziert werden, ist das nicht der effizienteste Weg“, sagte Schot.

Von 2023 an will Audi zwölf, von 2025 an rund 30 Hybrid- und vollelektrische Autos anbieten. Der erste vollelektrische Audi, der große SUV e-tron aus dem Werk in Brüssel, kommt soeben in den Handel und werde extrem positiv aufgenommen, sagte Schot.

Die Kunden stiegen schneller auf Elektroautos um als erwartet. Die große Welle komme jedoch erst in drei, vier Jahren, dann werde Audi „die Früchte ernten“, sagte Seitz.

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