Monday, 21st January 2019
21 Januar 2019

Deutschland gewinnt Auftakt gegen Korea klar

Die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop feiert einen 30:19-Sieg gegen Korea und freut sich über einen gelungenen Start ins Turnier.

Kapitän Uwe Gensheimer war treffsicherster Spieler der Deutschen.

Für Finn Lemke ist es Normalität auf Gegner zu treffen, die einen halben Kopf kleiner sind als er. Mit einem Gardemaß von 2,10 Metern überragt der Defensivspezialist der deutschen Nationalmannschaft den Durchschnittshandballer um 10, 15, ja teilweise um 20 Zentimeter. Am Donnerstagabend hatte sich Lemke allerdings komplett neu justieren müssen. Die Spieler vom Auftaktgegner Korea waren nicht nur einen halben, sondern teilweise einen ganzen Kopf kleiner. „Sie haben sehr unorthodox gespielt“, sagte Lemkes Kollege Paul Drux hinterher: „Aber wir haben das gut gelöst.“

So groß und offensichtlich wie die physischen Unterschiede war auch das Niveau, das beide Abordnungen zum ersten Spiel dieser Weltmeisterschaft auf das Parkett in der Arena am Ostbahnhof brachten. Am Ende stand ein erwartungsgemäß klarer Erfolg für die Auswahl von Bundestrainer Christian Prokop; sie gewann 30:19 (17:10) und durfte sich über einen gelungenen Start ins Turnier freuen, das am Samstag mit dem Duell gegen Brasilien (18.15 Uhr) seine Fortsetzung aus deutscher Sicht finden wird.

„Meine Mannschaft hat das bravourös gemacht: taktisch sehr diszipliniert, sehr konzentriert“, sagte Prokop. „Natürlich kann man über den einen oder anderen Fehlwurf reden, aber das möchte ich heute nicht an die große Glocke hängen.“

Die Koreaner hielten in der Anfangsphase gut mit

Bevor die ersten Bälle im Netz landeten, ging es zunächst nostalgisch zu; ein paar Handball-Helden vergangener Tage, unter ihnen Ex-Bundestrainer Heiner Brand sowie die ehemaligen Nationalspieler Stefan Kretzschmar, Henning Fritz, Pascal Hens und Dominik Klein brachten unter lautstarkem Jubel der 13 500 Besucher den WM-Pokal in die Spielstätte. Nach der Begrüßung durch Weltverbands-Präsident Hassan Moustafa, der als junger Mann in Leipzig studiert hat und seine Rede größtenteils auf Deutsch hielt, war die politische Prominenz an der Reihe: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnete die 26. Handball-Weltmeisterschaft, die zum ersten Mal in zwei Ländern stattfindet – neben Deutschland auch in Dänemark – mit den Worten: „Möge die beste Mannschaft gewinnen.“ Auch Altkanzler Gerhard Schröder, der mit einer Koreanerin liiert ist, weilte unter den Ehrengästen, ebenso Thomas Bach, der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).

Zur allgemeinen Überraschung konnten die international zweitklassigen Asiaten in der Anfangsphase erstaunlich gut mithalten; tatsächlich gelang dem vereinten Team aus Nord- und Südkoreanern der erste Treffer des Turniers. In der Folge sorgten die Deutschen aber für klare Verhältnisse. Fast jeder Angriff lief über die Kreisspieler Patrick Wiencek und Hendrik Pekeler sowie die Außen Uwe Gensheimer und Patrick Groetzki. Auch in der Defensive packten die Gastgeber ordentlich zu, phasenweise sogar zu ordentlich. In dreifacher deutscher Unterzahl verkürzten die Koreaner auf 5:7, Prokop grätschte dazwischen – Auszeit.

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Mit einer frühen Roten Karte gegen Kim Dongmyung nach einem Foul an Steffen Fäth schwächten sich die Asiaten jedoch selbst. Dennoch verfehlte die Grüne Karte ihre Wirkung nicht: Bis zur Halbzeitsirene warfen die Deutschen ein Sieben-Tore-Polster heraus, das ohne den starken Jaeyong Park im koreanischen Tor noch deutlich komfortabler ausgefallen wäre. Dass trotzdem allerhand Adrenalin im Spiel war, verdeutlichte eine Szene zwischen Uwe Gensheimer und Suyoung Jung; Deutschlands Kapitän lieferte sich nach einem Zusammenstoß mit dem Koreaner ein ordentliches Wortgefecht. Zur Pause (17:10) wedelten die Fans in der Arena vorbildlich mit ihren kleinen Deutschland-Fähnchen, die vor dem Anpfiff vorsorglich auf allen Plätzen verteilt worden waren. Auch Stan, das Maskottchen des Turniers, hüpfte durch die Halle wie ein Flummi auf Ecstasy.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Deutschen dann nichts mehr anbrennen und bauten ihre Führung beständig aus. Am Ende durfte sich Bundestrainer Prokop sogar den Luxus erlauben, jedem Nominierten aus seinem Kader einige Einsatzminuten zu gewähren. Einen besonderen Ausschlag erreichte der Lautstärkepegel noch einmal nach den Einwechslungen der Lokalgrößen Paul Drux und Silvio Heinevetter – Fabian Wiede, der dritte Spieler von den Füchsen Berlin, stand in der Startformation. Bester deutscher Werfer war Kapitän Uwe Gensheimer mit sieben Treffern.

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